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Mozilla auf Dualboot-Rechnern

Mozilla Logo Auf Rechnern mit zwei Betriebssystemen (hier als Beispiel Linux und Windows) kommt schnell der Wunsch auf die veränderlichen Daten wie Mail, News und Bookmarks für beide Plattformen benutzbar zu machen. Bei Mozilla ist das besonders gut machbar, da die Suite schon von Anfang an nicht nur plattform-unabhängig, sondern auch plattform-übergreifend kompatibel konzipiert wurde.

Mail z.B. liegt im simplen mbox-Format vor und ist dadurch mit anderen Mozilla-Instanzen genauso wie mit anderen Linux-Clients oder sogar Mailservern austauschbar. Die Newsserver-Verwaltung und Bookmarkdatei-Referenzierung ist außerdem auf Datei- und Konfigurationsebene genauso plattform-übergreifend gleich realisiert wie die Mailboxen. Wenn man also den in Frage kommenden Betriebssystemen die Möglichkeit gibt, auf dieselben Dateien zuzugreifen, ist das Problem schon fast gelöst.

Mit Windows 98 als Zweit-OS ist man fein raus, denn auf dessen Dateisystem FAT32 kann Linux ohne Probleme lesend und schreibend zugreifen. Mit Windows NT bzw. XP und NTFS wird das schon schwieriger, da hier das Schreiben unter Linux ein Problem darstellt — in diesem Fall ist wohl eine FAT32-Partition die Lösung.

Liegen die Daten wie Mail- und Newsordner sowie Bookmarkdatei erst einmal auf so einer FAT32-Partition, kann das eigentliche Spiel beginnen. Von besonderem Interesse ist im Folgenden die Datei prefs.js, die sich im jeweiligen Mozilla-Profile-Verzeichnis befindet:

Betriebssystem Pfad (ohne /Profilname/random.slt)
Linux ~/.mozilla
Win98/ME C:\Windows\Anwendungsdaten\Mozilla\Profiles
WinXP C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzer>\Anwendungsdaten\Mozilla\Profiles

Mail und News

Die Änderungen für Mail und News nimmt man am besten direkt im Mozilla-MailNews-Client vor, genauer: unter "Edit/Mail & Newsgroups Account Settings..." für jeden relevanten Mail-/News-Server sowie für die "Local Folders".
Die Verzeichnisse für Mail, News und lokale Ordner werden für jeden einzelnen Account jeweils unter "Server Settings" im Feld "Local directory" eingetragen; bei News-Servern ist zusätzlich die Angabe des "newsrc file" nötig, das unter Windows die Form *.rc hat (unter Unix/Linux: newsrc-*).

Mozilla
MailNews Server Settings

Unter Windows trägt man in den genannten Feldern einfach den entsprechenden Pfad ein oder lässt ihn, wie er ist. Unter Linux dagegen müssen erst einmal "Dummy-Konfigurationen" angelegt werden, damit Mozilla die Namen und Daten der Accounts kennt. Am einfachsten sollte man also erst einmal genauso wie unter Windows die einzelnen Accounts anlegen und erst dann die zum Home-Verzeichnis relativen Pfade durch zum Windows-Dateisystem relative ersetzen.
Die einfachste Methode dafür dürfte das Ausfindigmachen des jeweils richtigen Verzeichnisses mittels Shell/Konsole und anschließendem Markieren (=Kopieren) und Einfügen ins jeweilige Feld sein. Danach (und obligatorischem Mozilla-Neustart) können dann die Mail/News-Verzeichnisse des jeweiligen Profiles unter ~/.mozilla gelöscht werden — zur Sicherheit sollte man es aber vielleicht erst einmal mit Umbenennen/Verschieben probieren (Mozilla neu starten nicht vergessen!).

Alle nicht vom jeweiligen Datenverzeichnis abhängigen Informationen, wie SSL, Port, automatisches Abrufen/Löschen etc. werden in der Datei prefs.js abgespeichert und gehören damit fest zum Mozilla-Profile unter dem jeweiligen Betriebssystem. Das heißst einerseits, dass diese Einstellungen unter Linux noch einmal explizit gesetzt werden müssen (besonders SSL/Port), andererseits aber auch, dass man hier abhängig vom Betriebssystem unterschiedliche Einstellungen machen kann.

Eine andere, ähnlich gelagerte Möglichkeit besteht darin, die Dateien und Ordner der angelegten Dummy-Konfiguration durch symbolische Links auf die Windows-Pendants zu ersetzen. Darauf gehe ich hier aber nicht näher ein; nur so viel: die relevanten Dateien befinden sich im Mozilla-Profile in den Verzeichnissen Mail (bzw. ImapMail) und News.
Die Symlink-Methode bietet sich übrigens auch bei anderen Dateien an, wie z.B. user.js (Einstellungen wie in prefs.js, die jedoch nicht von Mozilla überschrieben werden), training.dat (Spam-Filter) oder discussProfile.rdf (MozBlog-Einstellungen — wenn man das benutzt).

Bookmarks

Für externe Bookmarks müssen folgende Einträge in die prefs.js hinzugefügt werden (Beispiel: Windows):

user_pref("browser.bookmarks.added_static_root", true);
user_pref("browser.bookmarks.file", "C:\\Pfad\\zur\\Bookmarkdatei\\bookmark.htm");

Analog ersetzt man fü Linux die doppelten Backslashes durch einfache Slashes und ersetzt C: durch den entsprechenden Mountpunkt der Windows-Partition (z.B. /windows/C/).

Vor der Durchführung steht allerdings die Pflicht: Erst einmal sollte auf jeden Fall ein Backup der externen Bookmark-Datei gemacht werden. Wenn etwas schief geht (z.B. der Browser noch offen war und damit die Daten der neuen mit denen der alten Bookmark-Datei überschrieben wird) hat man dann wenigstens keinen Datenverlust.

Achtung: Wenn man dieselben Dateien (für Bookmarks und Mails) auf einer gemeinsamen FAT32-Partition nutzt, sollte man mit dem Aktivieren des Ruhezustands bzw. Suspend to disk unter Linux sehr vorsichtig sein. Startet man den Rechner z.B. mit Linux, nachdem man direkt zuvor Windows in den Ruhezustand geschickt hat, darf man nun auf keinen Fall mehr auf die FAT32-Partition zugreifen! Da das oft schwierig ist (auf der FAT32-Partition sind zumindest bei mir auch alle anderen gemeinsamen Daten), sollte man einfach darauf achten, den Rechner nie mit dem jeweils anderen Betriebssystem zu starten, wenn eines der beiden gerade sein Speicherabbild auf der Platte liegen hat...

Roaming

Für Bookmarks und einiges mehr ist eine fast noch schönere Variante das sogenannte Roaming, einigen vielleicht noch vom Netscape Communicator (Version 4.x) her bekannt. Mozilla 1.8x bringt erstmals eine neue Implementierung dieser Technik mit, allerdings nicht in den Installer-Builds. Wer also ein bißchen experimentierfreudig ist, kann sich z.B. eines der ZIP-Archive für Windows herunter laden und es selbst probieren.

Roaming (eigentlich Roaming Profiles) bedeutet, dass beim Starten und Beenden der Suite eine Liste von auswählbaren Dateien zwischen dem lokalen Profil und einem wählbaren Server synchronisiert wird. Mozilla unterstützt dabei im Prinzip FTP, HTTP (WebDAV) und HTTPS; letzteres allerdings noch fehlerhaft. Während FTP immer funktionieren sollte, braucht man für HTTP eine roaming-Extension auf dem Webserver, z.B. mod_roaming für Apache.

Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass die derzeitige Implementierung noch recht buggy ist. Die Bugs sind bekannt (einfach in Bugzilla nach "roaming" suchen), aber leider erfährt die Suite nicht mehr ganz die Aufmerksamkeit wie es früher einmal war...

Auch die Dokumentation ist eher dürftig. Meiner Erfahrung nach ist der einfachste und am besten funktionierende Weg FTP: Als Base URL einfach ftp://ftp.meinserver.de/pfad/zu/anfangs/leerem/ordner/, dazu Username und Password und fertig. Da über Benutzername und Passwort zugegriffen wird, muss (und sollte) das Verzeichnis auch nicht über anonymous FTP bzw. WWW erreichbar sein.

 

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Jens Hatlak
23. Oktober 2004