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Hilfen für MagiC

Einige Daten

Aktuelle Version: 6.1
Multitasking-OS (wahlweise präemptiv)
beliebig viele Fenster
Besonderes: Iconify, Laufwerk U (teilweise MiNT-kompatibel), Popup-Menü, Window-Shading, Single-Mode, Taskmanager, Taskwechsel

Allgemein sollte man über MagiC wissen, dass dieses Betriebssystem in Form der Datei MAGIC.RAM vorliegt und durch den MagiC-Booter (MAGXBOOT) beim Booten in den Speicher geladen wird. Dieser löst auch sogleich einen Reboot (Warmstart) aus. Danach ist der MagiC-Kernel aktiv und der XTENSION-Ordner wird abgearbeitet. Dann sollte man möglichst bald (also z.B. direkt nach dem Bootselektor) MAGTOROM starten, damit der Kernel geschützt wird. Dieses Vorgehen erübrigt sich, wenn Outside oder vram laufen, die diese Funktion ebenfalls bieten. Übrigens wird die MAGX.INF schon direkt nach dem Reboot eingelesen, wodurch schon dann das Environment, die permananten VFAT-Laufwerke und die Standardpfade feststehen.

Externe Quelle (nicht Teil dieser Distribution):

Siehe auch:MAGIC5.HYP - MagiC 5-Dokumentation

Notizzettel

Hat jinnee sowieso!

Autostart-Applikationen

Unter MagiC gibt es eine Art AUTO-Ordner , den sogenannten APPS-Ordner. In ihm sollten nur Programme liegen, die parallel gestartet werden sollen, so z.B. eine Systemuhr oder ein Utility. U.U. werden hier aber auch Programme abgelegt, die eigentlich im AUTO-Ordner liegen sollten, aber unter MagiC nach der GEM-Initialisierung gestartet werden müssen. Dazu gehört z.B. NOSYSTEM.PRG, das sonst nicht seine Aufgabe erfüllt, nämlich die, das no|System Applikationen wie WordPlus zur Verfügung zu stellen. Der Pfad des APPS-Ordners ist in der MAGX.INF einstellbar, lautet aber normalerweise (Standard-Konfiguration) C:\GEMSYS\MAGIC\START\. Alle Programme , die auf diese Art ausgeführt werden sollen, müssen *.APP oder *.PRG heißen. Will man eines also kurzzeitig deaktivieren, kann man es einfach umbenennen (z.B. *.??X)

Im Folgenden nun eine typische APPS-Ordner-Konfiguration:

 Programm        Konfig.-Datei(en)       Funktion
 START.APP       ${HOME}\START.SET       Startbutton
 BUBBLE.APP      -                       BubbleGEM-Hilfe
                                         (BUBBLEGEM.CPX)
 BIRTHDAY.APP    BIRTHDAY.DAT, .CFG      Geburtstags-Erinnerer
                 BIRTHPAY.DAT
 APPLINE.APP     APPLINE.INF             Taskleiste
 FFE.APP         -                       Fontselektor-Applikation
 POPFOLD.APP     -                       Popup-Server (z.B. von jinnee
                                         benutzt)
 GANDHI.APP      GANDHI.INF              Statt Bomben Nachrichten!
 MGNOTICE.APP    -                       Notizzettel
 JINGO.PRG       JINGO.CFG               Geburtstags-Notizzettel für jinnee
 CLOCK.APP       C:\CLOCK.INF            Systemuhr
 FLOCK_OK.PRG    -                       Nur für Ataris, deren DMA-Chips
                                         nicht zwischen Floppy und Platte
                                         unterscheiden (also < 68030)
 ICFS.PRG        -                       Unter MagiC muss ICFS in den
                                         APPS- statt in den AUTO-Ordner!
                                         (ICFS.CPX)
 XMEN_MGR.PRG    -                       Menüzeilen-Submenüs von MultiTOS,
                                         ab MagiC 5.x unnötig.
 KEYWATCH.APP    -                       Überprüft ständig, ob eine
                                         Alt-Control-Tastenkombination
                                         betätigt wurde und gibt diese ggf.
                                         an den AV-Server weiter.
 NOSYSTEM.PRG    -                       Wie gehabt, nur eben hier.
 WBDAEMON.APP    -                       WriteBackCache-Dämon
 VT52.APP        -                       Damit's immer da ist, wenn man's
                                         braucht!
 MLTISTRP.APP    ${HOME}\MLTISTRP.INF    MultiStrip, die Taskleiste
 OLGA.APP        ${HOME}\OLGA.INF        OLGA, Object Linking for GEM
                                         Applications
 STIC.APP                                StiC, der Stewart Icon Server
 TWSM2.APP       ${HOME}\TWSM2.INF       TWSM2, Tommis Workspace Manager
 HAJI.PRG                                Haji, die Kontextapplikation
 MAUSWIND.PRG    ${HOME}\MAUSWIND.INF    MausWind, der WindowTopper
 MPC_TIME.PRG                            MPC-Time, die MPC-Uhrkorrektur
 MENU3D.PRG                              Menu3D: graue Menüleisten
 RATSCH.PRG                              Ratsch aus den Mani-Tools: Menüs
                                         abreißen und ablegen!
 SYSSOUND.PRG,   *.RAW                   Das SysSound-Paket: Systemsounds
 SYSOPTI1.PRG,                           (theoretisch...) auch unter MPC
 SYSOPTI2.PRG,                           und MagiCMac.
 SYSOPTI3.PRG

Laufwerke unter MagiC

Unter MagiC gibt es, wie unter MiNT/MultiTOS auch, das Laufwerk U:. Neben den Aliasen der restlichen Laufwerke befinden sich hier auch die "Ordner" DEV, PIPE, PROC und SHM. Welche Bedeutung ihnen im Einzelnen zukommt, wird gleich geklärt. Quasi-Laufwerke wie eine XFS-RAM-Disk können hier genauso als Alias angelegt werden wie eigene Aliase. Um solche selbst angelegten Links beim Shutdown zu sichern, gibt es eigene Programme; SMU z.B. erledigt das aber gleich mit (wenn /savelinks gesetzt ist).

 "Ordner"    Funktion
 DEV         Die Devices bzw. Workstations. Hier liegen die Geräte,
             also z.B. CON, PRN, AUX etc. Abgesehen davon kann man hier
             auch virtuelle Workstations wie fPRN (schneller Druckertreiber
             von NVDI ) finden. Man kann also alternativ zur Ausgabe-
             umlenkung einer Shell einfach auf eines dieser Devices
             schreiben (z.B. per "Speichern unter...") und erhält bsplsw.
             bei Benutzung von PRN eine 1:1 Ausgabe auf den Drucker.
  PIPE       Momentan wird die Pipe von MagiC nur für das Drag&Drop-
             Protokoll benutzt. (-> MAGIC5.HYP - MagiC-Doku: Pipes)
  PROC       In PROC erscheinen alle zur Zeit laufenden Prozesse als
             Dateien, die aus dem Tasknamen (Name) und der Prozess-ID
             (Extension) bestehen.
  SHM        Das Verzeichnis SHM wird für alle Aktivitäten mit
             Shared-Memory benutzt.

Allgemeine Bedienung unter MagiC

Lange Dateinamen kann man über VFAT-Conf einstellen:
C:\GEMSYS\MAGIC\VFATCONF\VFATCONF.PRG

Zu VFAT-Conf: Permanent bedeutet, dass die selektierten Laufwerksbuchstaben in die MAGX.INF geschrieben werden und somit beim nächsten Booten gleich so konfiguriert werden. Temporär heisst, dass die Einstellungen übernommen, aber nicht dauerhaft gesichert werden.

Aliase bzw. Symbolische Links erzeugt man so:

MagiC-Programme

Neben den reinen Anwenderprogrammen und den Benutzertools gibt es auch einige Systemprogramme, die nur unter MagiC ihren Zweck erfüllen. Diese sind meist im C:\GEMSYS\GEMDESK\-Ordner zu finden und heißen i.A. MG*.APP:

 Programm        Funktion
 APPLICAT.APP    Applikations- und Iconzuordnung für MagiCDesk
 CHGRES.PRG      Auflösungswechsel
 MAGXDESK.APP    MagiCDesk (Desktop)
 MGCOPY.APP      MagiCDesk-Kopierprogramm
 MGEDIT.APP      MagiC-Editor
 MGFORMAT.PRG    MagiCDesk-Diskettenformatierer
 MGSEARCH.APP    MagiCDesk-Dateisucher
 MGVIEW.APP      MagiC-Standard-Anzeigeprogramm
 SHUTDOWN.PRG    Standard-MagiC-Shutdown
 VT25.PRG        MagiC VT52-Emulator

Bootlaufwerks

In der Regel C:.

Umgebung

Z.B. Fensteranzahl, Pfade, Aussehen etc.

Größe

65535 > Bytewert > 4192

Konfiguration (MAGX.INF)

Die Konfiguration des Multitasking-Betriebssystems MagiC erfolgt in der Datei MAGX.INF, die sich auf der Root des Bootlaufwerks befindet. Eine kommentierte Beispiel-MAGX.INF findet sich standardmäßig im Verzeichnis C:\GEMSYS\MAGIC\UTILITY\EXTRAS\.

Neben den reinen Einstellungen der Umgebung von MagiC werden hier auch die komplette Konfiguration des MagiCDesks und die Definition der permananten VFAT-Laufwerke festgehalten und abgespeichert.

Die Datei MAGX.INF ist wie folgt aufgebaut:

 #_MAG MAG!X v06.1
 #[vfat]
 drives=af
 #[aes]
 #_ENV PATH=;C:\HOME\;C:\GEMSYS\GEMDESK\;C:\
 #_BUF 5000
 #_DEV 4 0
 #_OBS 8 16 0 0
 #_TXB 1 1 6
 #_TXS 1 1 4
 #_INW 0 1 0 10
 #_FLG 13
 #_WND 40
 #_TSL 1 32
 #_SCP C:\CLIPBRD\
 #_TRM C:\GEMSYS\GEMDESK\VT52.PRG
 #_ACC C:\
 #_APP C:\GEMSYS\MAGIC\START\
 #_AUT C:\LOGIN.PRG
 #_SHL C:\JINNEE\JINNEE.APP
 #[shelbuf]
 #_CTR
 #a000000
 #b000000
 #c7770007000600070055200505552220770557075055507703111103
 #d ;
 #_DSK MAGXDESK V4.00 1
 ...
 #_DPP

Wie man ersehen kann, beginnen die Konfigurationsvariablen immer mit "#_" und werden, durch ein Leerzeichen getrennt, von den jeweiligen Werten gefolgt. Die Einträge, die aus [...] bestehen, leiten Sektionen ein; derzeit gibt es nur die Sektionen "VFAT" und "AES". Deaktiviert werden Variablen durch ein vorangestelltes ";". Außer #_CTR und den folgenden darf jede Variable fehlen, es werden dann Defaultwerte eingesetzt.

 Eintrag     beispielhafter Wert         Erläuterung
 #_MAG       MAG!X v06.1                 Hier wird die Version angegeben,
                                         die z.B. vom MagiCDesk im
                                         Infodialogangezeigt wird.
 #[vfat]                                 Beginn der Sektion "VFAT".
 ;drives=af                              In diese Zeile werden die
                                         permanenten VFAT-Laufwerke von
                                         VFAT-Conf eingetragen. Man kann
                                         auch selbst welche hinzufügen.
 #[aes]                                  Beginn der Sektion "AES".
 #_ENV       AVSERVER=JINNEE             So werden Environment-Variablen
                                         in der MAGX.INF gesetzt. Hinter
                                         Env.-Definitionen dürfen keine
                                         Kommentare stehen, damit auch
                                         Semikolen benutzt werden können.
                                         Wird keine Env.-Variable
                                         definiert, wird das BIOS-Env.
                                         benutzt.
 #_BUF       5000                        Der Shell-Puffer (auch für die
                                         temporäre Abspeicherung der
                                         MagiCDesk-Konfiguration) und seine
                                         Größe in Byte.
 #_DEV       4 0                         Hier wird das Bildschirm-Device
                                         (Klartext: die Standardauflösung)
                                         angegeben. Für den ersten Wert:
                                         2 = ST niedrig, 3 = ST mittel,
                                         4 = ST hoch, 6 = TT mittel,
                                         8 = TT hoch, 9 = TT niedrig.
                                         Der zweite ist immer 0, außer der
                                         Rechner ist ein Falcon.
 #_OBS       8 16 0 0                    Höhe einer Resource-Einheit,
                                         normalerweise 8*16.
 #_TXB       1 1 6                       Definition der Systemfonts. Es
 #_TXS       1 1 4                       sind auch proportionale
                                         Systemfonts erlaubt (TXB = großer
                                         Font, TXS = kleiner Font).
 #_INW       0 1 0 10                    Font der Info-Zeile
 #_FLG       31                          MagiC-Flags
 #_WND       40                          Anzahl der Fenster
 #_TSL       1 32                        Timeslice-Einstellungen. Werden
                                         normalerweise im Timeslice-CPX
                                         eingestellt und bestimmen die
                                         Zeitscheibendauer und die
                                         Hintergrundpriorität.
 #_SCP       C:\CLIPBRD\                 Pfad des GEM-Klemmbretts
 #_TRM       C:\GEMSYS\GEMDESK\VT52.PRG  Pfad des VT52-Emulators
                                         (TOS-Programme in Fenstern)
 #_ACC       C:\                         Pfad der Accessories
 #_APP       C:\GEMSYS\MAGIC\START\      APPS-Ordner
 #_AUT       C:\LOGIN.PRG                Autostart-Programm, das noch
                                         vor der Shell gestartet wird
 #_SHL       C:\JINNEE\JINNEE.APP        Desktop (deaktiviert: MagiCDesk)
 #[shelbuf]                              Beginn der Sektion "Shelbuf".
 #_CTR                                   Hier beginnen die Kontrollfeld-
                                         daten (aus Kompatibiltätsgründen)
                                         für das Uralt-Kontrollfeld
                                         übernommen (Der Kram steht
                                         übrigens auch in der NEWDESK.INF!)
                                         -> Das Semikolon am Ende der
                                         #d-Zeile gibt das Ende der
                                         Leerzeichenkette an (ebenfalls
                                         Uralt-Standard).
 #_DSK       MAGXDESK V4.00 1            Hier beginnen die MagiCDesk-
                                         Einstellungen...
 ...
 #_DPP                                   ... und hier sind sie zu Ende.
                                         (nach dem DPP kommt noch ein
                                         Leerzeichen!)

Fonts in MagiC

Seit MagiC 6 kann man proportionale Fonts als Systemfont in MagiC einbinden. Diese Möglichkeit bringt vielerlei Probleme mit sich, und um die Systemfonts einfach und problemlos zu installieren, sollte man sich ein passendes Programm zulegen. Zur Auswahl stehen derzeit zwei: zum einen der MagiC-Configurator (MagiCCFG), der aber in Versionen vor 1.25 noch Schwierigkeiten mit der Liberty (der Freedom2-Library) hatte und deshalb unter manchen Konfigurationen nicht benutzbar war. Zum anderen MagiC Setup (MSU, nur englisch).

#_OBS:
Die Höhe einer Ressource-Einheit lässt sich ab MagiC 5.20 unabhängig vom großen AES- Zeichensatz festlegen. Insbesondere bei Vektorfonts sollte hier ein festes Raster von 8*16 eingetragen werden, um Anwenderprogramme nicht zu verwirren.

Syntax: #_OBS <horiz.Raster> <vertik.Raster> 0 0

#_TXB/#_TXS:
Zeichensatz und -höhe lassen sich ab MagiC 5.20 für den kleinen und den großen AES-Zeichensatz getrennt einstellen. Hier muss unbedingt angegeben werden, ob der Zeichensatz proportional oder äquidistant ist. Proportionale Zeichensätze funktionieren ab MagiC 6.

Syntax

#_INW:
Hiermit kann man das Aussehen der INFO-Zeile aller Fenster ändern

 lineh      Zeilenhöhe. Eine Höhe von 0 bedeutet: Standardhöhe
 fontID     Zeichensatz-ID für die INFO-Zeile. Eine 0 bedeutet:
            derselbe Zeichensatz wie für den großen AES-Text
 monoFlag   1 (äquidistant) oder 0 (proportional)
 fontH      Zeichensatzhöhe für vst_height

Syntax: #_INW lineh fontID monoFlag fontH


Die MagiC-Flags

Hier kann man verschiedene Einstellungen vornehmen, die das Aussehen von MagiC beeinflussen. Dabei bewirken:

 Bit 0:  Das MagiC-Logo wird links (1) oder rechts (0) von der Menüleiste
         dargestellt.
 Bit 1:  Die 3D-Effekte bei mindestens 16 Farben werden ein- (0) oder
         ausgeschaltet.
 Bit 2:  Der Backdrop-Button wird dargestellt (0) oder nicht (1). Wenn
         kein Backdop-Button angezeigt wird, muss ein Fenster durch
         Einfachklick auf den Titelbalken nach hinten befördert werden.
 Bit 3:  MagiC 4-Fenstertitel, d.h. mit Linien, verwenden (0) oder
         stattdessen traditionelle Füllmuster (1) anzeigen.
 Bit 4:  Für den Fall, dass Bit 3 gelöscht ist, d.h. die MagiC 4-Fenstertitel
         aktiviert sind, kann man festlegen, ob der Fenstername in
         3D-Schrift (0) oder normal (1) erscheinen soll.
 Bit 5:  Ist dieses Bit gesetzt, wird die Bedeutung der Ctrl- bzw. Strg-
         Taste beim Fensterscrollen umgekehrt, d.h. das Echtzeitscrolling
         ist per Default abgeschaltet.
 Bit 6:  Dito für Echtzeitvergrößern und -verschieben
 Bit 7:  3D-Menüs einschalten. Geht nur bei proportionalem großen
         AES-Zeichensatz

Fehlt der #_FLG-Eintrag, werden alle Flags als 0 angenommen.

NVDI.FIF

Die NVDI-Vektorfonttabelle kann eigentlich stehen, wo sie will. Ein möglicher Platz wäre z.B. der GEMSYS-Ordner, wie in diesem Fall. Die Festlegung des Platzes erfolgt in der NVDI.INF (Root).

Logout

Gibt's da überhaupt eins für den Atari?

XFS

Heißt vollständig: "eXtended FileSystem".

DEV_FPRN.DEV

Installiert das Device "FPRN" in U:\DEV\, über das man schneller drucken kann.

EDITOBJC.SLB

Wird z.Zt. nur von MGEDIT benutzt.

Die MagiC-eigene Ordnerstrukur

Um in der MagiC-Welt den Überblick behalten zu können, ist es ratsam, sich einmal näher mit der Ordnerstruktur dieses Betriebssystems zu befassen. Hier also das Baumdiagramm:

 C:\
    \GEMSYS\
            \GEMDESK\
            \MAGIC\
                   \START\
                   \STOP\
                   \XTENSION\
 

Im GEMSYS-Ordner tummelt sich so ziemlich alles, was für das System wichtig ist. Direkt in \GEMSYS\ liegen:

Im GEMDESK-Ordner liegen die eigentlichen MagiC-Programme und deren Konfigurationsdateien, so z.B. auch das MagiCDesk (und im Unterordner \RSC\ dessen Icondateien).

Der MAGIC-Ordner beeinhaltet nur Unterordner, bildet also quasi eine Objektgruppe. In den Unterordnern findet man i.A. die MagiC-APPS (\START\), die Programme, die am Ende eines Shutdowns ausgeführt werden (\STOP\) und die Systemerweiterungen (\XTENSION\).

Im START-Ordner liegen für gewöhnlich die MagiC-APPS, wenn es in der MAGX.INF nicht anders konfiguriert wurde. (Siehe auch: APPS-Ordner )

START auf C:

 APPLINE.APP
 APPLINE.INF
 APPLINE.RSC
 AVBUBBLE.APP
 BIRTHDAY.CFG
 BIRTHDAY.DAT
 BIRTHDAY.LOG
 BIRTHDAY.PRG
 BIRTHPAY.DAT
 BUBBLE.APP
 CLOCK.PRG
 FLOCK_OK.PRG
 GANDHI.APP
 GANDHI.RSC
 GEMJING.PRG
 GEMJING.RSC
 HAJI.INF
 HAJI.PRG
 HAJI.RSC
 ICFS.PRG
 JINGO.CFG
 JINGO.PRG
 KEYWATCH.PRX
 MAGC_XFS.PRG
 MAUSWIND.INF
 MAUSWIND.PRG
 MC_RESC.APP
 MGNOTICE.APP
 MGNOTICE.RSC
 MLTISTRP.APP
 MLTISTRP.RSC
 NOSYSTEM.PRG
 OLGA.APP
 POPFOLD.APP
 RASN.APX
 RASN.RSC
 SCRIPTER.APP
 SCRIPTER.DAT
 SPICA.APP
 SPICA.CNF
 SPICA.SET
 START.APP
 VT52.PRG
 WBDAEMON.PRG

Alle Programme, die sich im STOP-Ordner befinden, werden am Ende eines Shutdowns automatisch ausgeführt. Für die Dateiendungen auszuführender Programme gilt übrigens dasselbe wie für den APPS-Ordner. Sinnvolle Programme für diesen Ordner sind z.B. das CLRRESET.PRG für die MagnumST-Karte, das dafür sorgt, dass ein Reboot reibungslos abläuft, LIVESAVE.PRG, das eine Datensicherung durchführt, RASNSTOP.PRG für RationalSounds' Shutdownklang oder etwa ein Logout-Programm für Multiuser-Umgebungen.

Im XTENSION- bzw. Systemerweiterungen-Ordner befinden sich i.A. Programme wie ein RAM-Disk-XFS oder andere Erweiterungen. Im Lieferumfang von MagiC 6.0 befinden sich bereits einige solcher Erweiterungen, nämlich:

Hier können auch andere Extensions wie ein RAMDISK.XFS , das NVDI-Fastprintdevice "DEV_FPRN.DEV", das NVDI-PC "NPC_PRN.DEV" oder das MagiC PC Modem2-Device liegen.

Fensterminimierung

So nennt es die Windows-Welt...

Besonderheiten

Im Folgenden werden Feinheiten wie "Accessory-Nachstarten unter MagiC" oder "Schutz des MagiC-Kernels" und "Der Single-Mode" näher erläutert. Abschließend befassen wir uns noch mit dem Thema "Das MagiC-Fensterchaos".

Wie werden Accessories unter MagiC behandelt?
Unter MagiC sind ACCs quasi mit Programmen gleichgestellt, sie dürfen sich nur nicht selbst beenden. Startet man ein Accessory, so wird es ins ACC-Menü eingetragen, sofern noch ein Slot (Eintrag) frei ist. Maximal stehen, wie unter Single- TOS auch, 6 Slots zur Verfügung. Läuft ein Accessory bereits, werden ihm üblicherweise Parameter per VA_START-Nachricht übergeben.


Wie schütze ich den MagiC-Kernel?
Das geht mit dem AUTO-Ordner-Programm MAGTOROM. Dieses ermittlet die Speicheradresse des MagiC-Kernels (Image der MAGIC.RAM) und schützt diese vor Übergriffen durch andere Programme. Da hierzu eine PMMU benötigt wird, ist die Mindestanforderung dieses Programms an den Rechner ein TT030, Falcon, Medusa T40, Hades, Milan o.ä., also ein Rechner mit PMMU (diese Rechner sind bei Atari alle mit einem >= 68030er ausgestattet).

Das Schützen des Kernels ist aber nicht wirklich notwendig, es geht auch so oder eben mit Outside. Des weiteren soll es mit MAGTOROM Schwierigkeiten geben bzw. gegeben haben (was war das doch gleich wieder...?)


Der Single-Mode
Unter MagiC wird es, v.a. bei älteren Programmen, u.U. nötig, einmal eine Applikation "single", also alleine, zu starten. Statt jedoch dazu alle anderen Prozesse (Tasks) zwangszuterminieren :-), werden diese einfach "gefreezed", d.h. eingefriert. Diese können also keine Ausgaben mehr machen, verweilen aber im Speicher, bis das Single-Programm sich beendet oder der Benutzer ein Programm "unfreezed", d.h. wieder in Betrieb nimmt. Zu diesem Zweck ruft man den Taskmanager auf (Alt-Control-Esc, bei MagiC PC Alt-Control-^), selektiert das jeweilige Programm und drückt "U"; es geht aber z.B. auch automatisch mithilfe des Programms MagiC Taskunfreeze.
I.A. kann man ein Programm im Single-Mode starten, indem man beim Doppelklick auf die Applikation auf dem Desktop die Shift-Taste festhält.


Das MagiC -Fensterchaos
GEM-Fenster sind keine Seltenheit auf dem Atari. Unter MagiC sind einige Features hinzugekommen, die das Arbeiten erleichtern und mithelfen sollen, den Überblick über das Fensterchaos zu behalten. Um nur einige zu nennen: Iconify, Window-Shading und Backdropping. Nun aber im Einzelnen:


Das MagiC-Popup
Das MagiC-Popup ist nicht selten eine gute Methode, etwas Ordnung in das Fensterchaos zu bringen. Neben der Möglichkeit, den aktuellen Task am vorangestellten Haken erkennen und ggf. ausblenden lassen zu können, kann man hier auch feststellen, ob eine Applikation zur Zeit ausgeblendet ist.
Angezeigt werden sowieso nur Programme, die eine Menüleiste angemeldet haben. Abgesehen davon kann man auch schnell man den Schirm "putzen", was hier "aufräumen" heisst - Tastenkombination Alt-Control-Clr/Home. Man kann auch ein Programm starten und den zur Zeit verfügbaren Speicher ablesen (immer hellgedruckt).


Taskwechsel
Eine andere Methode, zwischen den laufenden Applikationen bzw. denen mit geöffneten Fenstern zu wechseln stellt der Taskwechsel dar, der, ähnlich wie unter Windows, mit Control-Alt-Tab ausgelöst werden kann. Hält man dabei die beiden Steuertasten fest, kann man in der Mitte des Bildschirms in einer kleinen Box den Tasknamen der Applikation ablesen, die beim Loslassen aller Tasten aktiviert wird. Hält man die Steuertasten weiter fest, drückt aber wiederholt Tab, so wechselt der Name in der Box bei jedem weiteren Druck auf Tab.


MagiC PC-Shortcuts

Verschiedene MagiC-Shortcuts sind unter MagiC PC anders erreichbar als in der MagiC-Version für originale TOS-Rechner:

 MagiC                   MagiC PC                Funktion
 Control-Alt-Esc         Alt-Strg-^              Taskmanager
 Alt-Tab                 Alt-Strg-Tab            Taskdurchlauf
 Control-Alt-ClrHome     Alt-Strg-Ende           Bildschirm aufräumen
 Control+Alt+Delete      AltGr-Entf              Warmstart
 Control+Alt+'<'         ?! Sagt's mir!          Alle einblenden

Befindet man sich unter MagiC PC in der Betriebsart "Maus einfangen", ist ein Wechsel zur Windows-Seite nicht direkt möglich. Daher muss man auf eine der folgenden Shortcuts zurückgreifen:

Letztere Methode hat zudem den Vorteil, dass MagiC PC in einen Pause- Zustand verstetzt wird und somit genug Rechenzeit für Windows-seitige Aktionen zur Verfügung steht.


Die AUTOEXEC.BAT
Was?! AUTOEXEC.BAT? Ich hab' doch keine DOSe!
Stimmt schon. Aber etwa seit MagiC 4 gibt es eine Datei diesen Namens auch unter MagiC bzw. MagiC PC. Mit ihrer Hilfe kann man die Startreihenfolge der AUTO-Ordner-Programme festlegen, ohne auf deren physikalische Reihenfolge (also auf dem Medium) zu achten.

Die Datei sollte dann auch im AUTO-Ordner angelegt werden und enthält neben den Dateinamen der AUTO-Ordner-Programme ggf. auch Kommentare, die mit je einem Semikolon ";" eingeleitet werden. Im Gegensatz zu Kommentaren jedoch müssen die Namen der zu startenden Programme jeweils am Anfang einer Zeile stehen.

Die Startreihenfolge ergibt sich einfach durch die Reihenfolge des Vorkommens der Dateinamen in der AUTOEXEC.BAT.

Programme, deren Dateinamen in der AUTOEXEC.BAT falsch geschrieben wurden, werden einfach nicht gestartet, d.h. die entsprechenden Einträge werden ignoriert. Ein Vorteil dieses Vorgehens ist, dass man ein Programm einfach deaktivieren kann, indem man seinen Namenseintrag in der AUTOEXEC.BAT "verstümmelt".

Besonderheiten bzgl. bestimmter Startreihenfolgen entnehme man bitte dem Kapitel "Startreihenfolge".


MagiC-eigene Features

 Feature         Beschreibung
 Iconify         Das Iconify ist einigen schon von UNIX bzw. X-Windows her
                 bekannt. Im Wesentlichen bedeutet es soviel wie
                 "Fensterminimierung" oder "Fensterverkleinerung". Meist
                 spricht man aber statt von Iconify von "Ikonifizieren",
                 was nur dem deutsche Äquivalent entspricht. Was macht das
                 Iconify? Aus einem riesigen Fenster ein winziges,
                 normalerweise 64x72 Pixel großes Etwas, das am unteren
                 Bildschirmrand von links nach rechts aufgereiht wird und
                 per Doppelklick darauf wieder in voller Größe erscheint.
                 Das Iconify wird i.d.R. durch einen Klick auf das Iconify-
                 Symbol (Delta-Zeichen/Dreieck mit waagerechter Grundseite)
                 ausgelöst. Manche Programme unterstützen aber auch die
                 Tastenkombination "Alternate-Control-Leertaste (Space)",
                 um ein Fenster zu ikonifizieren. Mit ICFS kann man
                 übrigens das Iconify konfigurieren, also Startecke,
                 -richtung und Iconify-Fenstergröße festlegen. Unter
                 Single-TOS steht Iconify nur mit ICFS zur Verfügung.
 Window-Shading  Das Window-Shading wurde von WINX eingeführt und ist eine
                 andere Methode, auf dem Bildschirm Platz zu schaffen. Im
                 Gegensatz zum Iconify geht es hierbei darum, das Fenster
                 auf den Fenstermover (die Leiste eines Fensters, mit der
                 man es verschieben kann) zu reduzieren. Das geschieht
                 durch Doppelklick auf die Leiste, das Ganze geht auch
                 genauso retour.
 Backdropping    Das Backdropping ("Rücksetzen") von Fenstern geschieht
                 je nach Konfiguration (-> MAGX.INF) entweder durch Klick
                 auf den Backdropper (das ist ein kleines Symbol in der
                 Fensterleiste, das ein weisses und ein schwarzes Rechteck
                 darstellt) oder durch einen einfachen (!) Klick auf die
                 Fensterleiste. Nach Ausführen der Aktion wird das Fenster
                 an den Schluss des Fensterstapels gesetzt, so dass nun im
                 Idealfall alle Fenster erreichbar sein sollten. Fährt man
                 so fort, erreicht man irgendwann das gewünschte Fenster.

MagiC PC und NVDI nach einem Totalcrash

Windowsnutzer sind nie ganz gefeit: Nur mal kurz 'was installiert und schon steht alles. Kein Abgesicherter Modus mehr, nix. Ein Glück: Die Daten sind noch heil. Aber Windows ist platt. Was also machen? Alles neu installieren...

Wenn man dann irgendwann mal bei MagiC PC anlangt, geht einem vielleicht folgendes durch den Kopf:

"Also gut. Erstmal MPC neu installieren, dann die Sicherung des alten Verzeichnisses Programme\MagiC-PC\ zurückkopieren. Pfade und so stimmen ja dann wieder. Die Atari-seitige C:\ habe ich ja als Windows-seitigen Unterordner der C:\-Partition angelegt, also sollte wieder alles laufen."

Stimmt auch fast. Aber wer NVDI 5 benutzt, stellt schnell fest, dass das nicht mehr so funzt wie es sollte. Der Grund: NVDI 5 installiert nicht nur Atari-seitig, sondern auch Windows-seitig. Soweit ja klar, aber: Neben dem Ordner Programme\MagiC-PC\ offenbar auch in anderen; wahrscheinlich in den Tiefen von C:\WINDOWS\.

Daher mein Rat zum Vorgehen bei obiger Konstellation:

  1. Den Ordner für die Atari-C:, der mit MagiC -PC installiert wurde, wieder als Atari-C: eintragen (Einstellungen/Laufwerke) oder eine entsprechende Minimalkonfig. in einem neuen Ordner zusammenstellen
  2. Von dem neuen Ordner aus booten und NVDI 5 neu installieren (dabei werden die benötigten Treiber/DLLs eingerichtet)
  3. Wieder auf die anfänglichen Einstellungen umstellen. Nun sollte wieder alles funktionieren. Übrigens auch dann, wenn in dem eigentlichen Atari-C: z.B. NVDI 5.03 installiert war, bei der Installation auf der Minimalkonfig. nun aber NVDI 5.00 genommen wurde - die Atari-seitigen Dateien scheinen sich nicht geändert zu haben. :-)

 

Siehe auch: Weiter zu Programme